Seine vermeintlich erfolgreichste Zeit erlebte der Portsmouth Football Club zu Beginn des laufenden Jahrtausends, als man unter Kult-Trainer Harry Redknapp erstmals den Aufstieg in die englische Premier League realisieren konnte.
Nachdem man sich in den Folgejahren dort durchaus etablieren konnte, stellte der überraschende Gewinn des prestigeträchtigen FA-Cups im Jahr 2008 den vorläufigen Höhepunkt und grössten Erfolg der jüngeren Vereinsgeschichte dar! Was sich oberflächlich betrachtet nach klarer wirtschaftlicher Struktur und nachhaltiger Entwicklung im Profifußball anhört, endete nur wenig später in einem existenziellen Fiasko!
Im verflixten siebten (Erstliga-)Jahr -inmitten der Saison 2009/2010- musste man aufgrund der immensen Steuerschulden in Höhe von 13,2 Millionen Euro als erster Club der Premier League Insolvenz anmelden. Mit dem darauffolgenden Abzug von neun Punkten war der schwer zu verhindernde Abstieg frühzeitig besiegelt!
Trotz des feststehenden Abstiegs und den damit verbundenen Auflösungserscheinungen setzte der Club von der englischen Südküste mit dem nochmaligen Einzug ins FA-Cup-Finale von Wembley ein allerletztes Highlight! Mit der 0:1-Niederlage gegen den haushohen Favorit Chelsea FC verabschiedete sich „Pompey“ zum Ende der Saison 2009/2010 für lange Zeit von der großen Fußballbühne!
Ohne die gewohnten finanziellen Mittel geriet der 1898 gegründete Verein daraufhin in eine fast schon beispiellose Abwärtsspirale, die erst in der viertklassigen EFL League Two gestoppt werden konnte!
Dank des unermüdlichen Einsatzes der treuen Anhängerschaft konnte der Verein nach Abschluss des Insolvenzverfahrens in ein einigermaßen stabiles Finanz-Fundament überführt werden. Mit Hilfe des neuen Besitzers, dem ehemaligen Disney-Manager und Medienunternehmer Michael Eisner, kämpfte man sich in zehn langen Jahren mittlerweile zurück in die zweite englische Liga.
Wer nach der ausgelassen gefeierten Rückkehr in die EFL Championship schon zaghaft von einem Durchmarsch in die Premier League träumte, wurde ganz schnell von der bitteren Realität eingeholt. Dies liegt am Profil dieser sportlich sehr ausgeglichenen Liga, in der sich insgesamt 24 Traditionsvereine um die lang ersehnte Wiederauferstehung in Englands erster Liga duellieren!
Dementsprechend landete „Pompey“ ganz schnell auf dem Boden der Tatsachen und muss sich ob der tatsächlichen Leistungsfähigkeit vorerst damit beschäftigen, nicht wieder in die Bedeutungslosigkeit abzusteigen. Während das Saisonziel Klassenerhalt in der ersten Saison 2024/2025 mit Platz 16 in der Abschlusstabelle einigermaßen stabil erreicht werden konnte, dürfte es in der laufenden Spielzeit weitaus knapper werden!
Vor dem 38. Spieltag stand die Mannschaft von Trainer John Mousinho mit zwei Punkten Vorsprung nur knapp „über dem Strich“ und war gut beraten, das Heimspiel gegen Derby County möglichst zu gewinnen.
Bevor Schiedsrichter Anthony Backhouse dieses für beide Clubs richtungsweisende Spiel anpfeifen sollte, stand aber erstmal der altehrwürdige Fratton Park in meinem Fokus.
Die Heimspielstätte des Portsmouth FC wurde parallel zur Vereinsgründung im Jahr 1898 eröffnet und fasst nach diversen Renovierungen momentan etwas mehr als 20.000 Zuschauer! Da ein Großteil des Stadtgebietes von Portsmouth auf der Insel „Portsea Island“ liegt, ist der Fratton Park das einzige englische Stadion im professionellen Fußball, das nicht auf dem britischen Festland liegt. Zudem fand hier im Jahr 1956 das erste Spiel des englischen Ligafußballs unter Flutlicht statt, als Pompey auf Newcastle United traf.
Das Heimspiel gegen die „Rams“ von Derby County hätte aus Portsmouth-Sicht nicht schlechter beginnen können. Nach einer Ecke des ehemaligen Schalkers Derry Murkin verwertete Sam Szmodics die viel zu kurze Kopfballabwehr der Pompey-Defensive aus 12 Metern zur Derby-Führung (8.).
In der Folge hatte Pompey im mit 19.253 Zuschauern fast ausverkauften Fratton Park zwar viel mehr Ballbesitz, die weitaus gefährlichere Spielanlage offenbarte allerdings der Gast aus den East Midlands. Da man sich auf Seiten der Gastgeber während der gesamten Spielzeit keine zwingende Torchance erspielen konnte, war der Sieg der Gäste am Ende nicht nur verdient, sondern hätte aufgrund der Aluminiumtreffer von Agyemang und Ward noch höher ausfallen können!
Mit dem Auswärtssieg in Portsmouth bleiben die Widder aus Derby in Schlagdistanz zu den Play-Off-Plätzen und können zumindest vom Aufstieg in die Premier League träumen. Ganz anders war die Gefühlslage auf Seiten der Gastgeber, die sich von den gut 1.000 angereisten Fans aus Derby nach Spielende verhöhnen lassen mussten. „You´re going down, you’ re going down, you’re going doooown“ hörte man aus den gut geölten Kehlen, eine Vermutung, die aufgrund der spielerischen Leistung von Pompey schnell zur Tatsache werden könnte!
Auch für mich gab es nach Spielende noch einen Moment zum Schmunzeln. Im Gespräch mit meinem rumänischen UBER-Fahrer Florin Catalin kamen wir nach der sportlichen Analyse zur Situation bei Pompey zu unseren eigenen Lieblingsclubs Steaua Bukarest und VfL Bochum 1848. Hier bewies Florin ein bemerkenswertes Detailwissen, als er mir einen von insgesamt nur zwei rumänischen Spielern nannte, die je für die Bochumer aktiv waren. Hierbei handelte es sich um Viorel Ion, der in der Saison 1998/1999 insgesamt 12 Spiele für den VfL machte und lediglich bei der 1:4-Niederlage in Wolfsburg ein Tor erzielen konnte!
In meinen Social-Media-Netzwerken bei Instagram und Facebook gibts einmal mehr die bewegten Story-Bilder vom Spiel sowie weitere fotografische Eindrücke aus Portsmouth. Die Stadt an der englischen Südküste ist der grösste Stützpunkt der „Royal Navy“ und bietet bei einer Hafenrundfahrt ganz viele maritime Momente. Zudem ist der Besuch des „Spinnaker Tower“ wärmstens zu empfehlen, um sich Stadt und Nordseeküste einmal von oben anzuschauen! Klickt Euch doch mal rein!
STAY TUNED…bleibt auf Empfang!
Auf all meinen Reisen durch die Fußballstadien dieser Welt ist Aktualität ein wichtiger Bestandteil meiner Homepage! Leider bieten manche Reiseziele nicht genug „Futter“ für einen ausführlichen Spiel- und Reisebericht oder sind wiederum so intensiv, dass ich für einen umfangreichen Blog mehr Zeit und Inspiration benötige.